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Das verflixte Ding

Die WII unterwegs in Hessen oder: Wir und der Ministerpräsident Koch

Mit einer kleinen Rede unserer ehemaligen SchülerInnen Gerhard Keller und Anja Böttcher am Vorabend der Abreise endete wieder - sozusagen offiziell, auf jeden Fall aber schon traditionell - der Schullandheimaufenthalt der Werkstufe II vom 1. bis 12. Juni auf dem Wendeberg in Unterhaun bei Bad Hersfeld.
Gerhard und Anja dankten auch in diesem Jahr jedem einzelnen im Team sehr persönlich für den Einsatz. Gerhard sprach gut gelaunt von Jubilar zu Jubilarin: Er schaut auf 20 Jahre Werkstatt zurück und Susanne Thomas auf 35 Jahre Arbeit in der Janusz-Korczak-Schule, was ihm eine Flasche guten Winzersektes als Geschenk für Susanne und einige humorvolle Kommentare wert war. Susanne bedankte sich sehr herzlich und versicherte, dass wir die beiden Ehemaligen ausgesprochen gerne immer wieder mitnehmen. „Ihr wisst ja noch, was wir uns damals versprochen haben“ erinnerte sie: „Wir lassen einander nie im Stich! Und das fällt uns auch gar nicht schwer, weil wir uns einfach sehr, sehr mögen!“ Fröhlich lachend platzte Gerhard daraufhin heraus: „Ja, das ist ja das verflixte Ding!“
Ja, verflixt, auch 20 Jahre nach Schulabschluss kommt man schier nicht voneinander los, gehört einfach zusammen und die Chemie stimmt! Und so fahren Gerhard und Anja seit Jahrzehnten mit Frau Thomas Klasse und helfen uns tatkräftig. Überdies kam auch unsere Schullandheim-erfahrene ehemalige Kollegin Antje Seyffert wieder mit, so dass wir personell bestens ausgestattet waren und das Ganze trotz aller Arbeit und etlicher ziemlich „lebendiger“ Nächte unaufgeregt und ausgewogen ablief und Spaß machte. Und wenn Susanne und Antje im Verein mit Monika Graef und Gerhard an langen Abenden von Erlebnissen bei früheren Schullandheimen erzählten (weißt du noch in Südtirol bei Wiehrers…), dann wurden für uns alle 35 Jahre Korczak-Schule sehr, sehr lebendig.
Wendeberg 2008 war für uns und vor allem für unsere sechs Schüler und Schülerinnen tatsächlich rundum ein verflixtes Ding, verflixt gut nämlich.
Stefan, Thomas und Heike kennen den Wendeberg seit Jahren und fühlten sich sogleich heimisch.
Auch bei Alexandra und Sebastian, die beide zum zweiten mal dort waren, spürte man, dass ihnen die Umgebung vertraut war und es ihnen dort gefiel. Sebastian konnte dieses Jahr sein Zimmer auch gleich stolz seinen Eltern präsentieren, die ihn gebracht hatten. Allerdings kam er etwas später an…, weil man sich zwischendrin ein wenig verfranzt hatte…(ob meine Wegbeschreibung wohl doch nicht soooo gut war?) Alexandra konnte die Räumlichkeiten ihren Eltern dann eine Woche später vorführen, als sie sie abholten (ohne verfranzen!).
Maximilian war als einziger zum ersten mal mit unserer Klasse unterwegs. Er lebte sich sehr schnell ein und genoss sichtlich die Zeit im Kreis seiner Mitschüler. Unvorhergesehene Probleme gab es die ganze Zeit über nicht, mal abgesehen davon, dass wir am Anreisetag panzerknackermäßig in eins der Häuser mittels Werkzeugen durchs Fenster einsteigen mussten, weil das Türschloss kaputt war. Nun wissen wir auch, wie so etwas geht!
Verflixt gut war auch das Wetter: Während uns von zuhause Nachrichten über Regen und Kälte erreichten, hatten wir im sonnigen Norden ununterbrochen herrlichstes Sommerwetter. Unwetter wagten sich nicht näher als 30 km an uns heran und bei 25 bis 28 °C am Tag konnte, wer wollte von morgens früh bis abends spät draußen sein, z.B. auf unserer geliebten Bank vor dem Haus. Da kann man hervorragend seinen Morgenkaffee trinken fand Maximilian, der sich diese Sitte bei Stefan (oder bei uns?) bald abschaute. Ganz prima kann man da auch (am besten mit Heike) Illustrierte lesen (das tun wir nur auf dem Wendeberg, Ehrenwort!), Musik hören (am besten mit Antjes Gerät), reden, lachen, Unfug machen oder einfach in der Sonne träumen und ins Tal hinunter schauen.
Auch Ausflüge machten bei diesem Wetter besonders viel Spaß. Da wir personell so gut bestückt waren, konnten wir uns da auch aufteilen und uns ganz nach den individuellen Bedürfnissen und der Tagesform unserer SchülerInnen richten. So blieben manche bisweilen gemütlich zuhause während andere z.B. zu einem Bummel durch Bad Hersfeld oder einer Spritztour starteten. „Unsere“ Eisdiele in Lauterbach besuchten wir gemeinsam am zweiten Tag, das gehört schon fast „dazu“.
Der Jahnpark in Bad Hersfeld gefiel ganz besonders Thomas, da war viel Platz, um ungefährdet Eis schleckend mit dem Rollstuhl herumzuschippern. Klasse fanden wir auch das Schnitzel- bzw. Tomatencrèmesuppe - Essen im Restaurant des Ferienparks „Silbersee“. Und umgeben von mittelalterlichen Mauern schlotzten wir Eis und Kuchen auf der „Vorderburg“ am höchsten Punkt der Stadt Schlitz.
Das absolute Highlight aber war unser Besuch beim Hessentag in Homberg (Efze). Während es am Sonntag bei über 10000 Besuchern unmöglich war, dem Ort in endlicher Zeit auch nur nahe zu kommen, hatten wir am Dienstag darauf keinerlei Probleme und durften mit den Bussen sogar ganz nah heran fahren. Diverse Stände, ein Riesenrad, das große Zelt von hr3 und Darbietungen gab es zu bestaunen.
Ja, und als wir bei Lifemusik im Stadtpark inmitten etlicher Fressbuden frisch gebackene Brezeln futterten, entdeckten wir plötzlich an einer der Buden den Ministerpräsidenten des Landes, Roland Koch, leibhaftig!, und der lief dann auch noch ganz nah bei uns vorbei! Wir fragen uns noch heute, was seine Sicherheitsleute wohl gedacht haben mögen, als sich ihnen urplötzlich Frau Seyffert in den Weg stellte!
Sie schauten schon ein wenig überrascht drein, doch Frau Thomas bemühte sich, rasch zu erklären, wer wir sind und dass wir aus Freiburg kämen, und ob er nicht vielleicht…das wäre doch nett…Und er war so nett und ließ sich gar nicht lange bitten, begrüßte Gerhard per Handschlag und ließ sich mit ihm fernsehreif ablichten (ein tolles nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Gerhard! Danke, Herr Koch), auch mit Sebastian wollte er, wie man sieht, unbedingt auf ein Foto! Wieder einmal sind die Tage auf dem Wendeberg viel zu schnell vorüber gegangen. Schade, dass Thomas das letzte mal dabei war, denn er besucht nun die Caritas-Fördergruppe in Heitersheim. Er wird uns ganz sicher verflixt fehlen.

Barbara Kamke

Weitere Fotos von unserem Aufenthalt finden Sie
hier

 

 

 
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