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Janusz Korczak
Schule für mehrfachbehinderte Kinder
 

"Gedanken zur Arbeit mit schwer-mehrfachbehinderten Kindern" von Renate Pohnke

 

 

I

 

Immer wieder erlebte ich in der Vergangenheit , wie neue KollegInnen mit großen Erwartungen und viel Motivation ihre Stelle an unserer Schule antraten. Nach geraumer Zeit entpuppte sich im Gespräch, wie wenig sie von ihren Ideen und Vorstellungen umsetzen konnten.

Der Zugang zu manchen Kindern fiel ihnen schwer. Die Frage: “Wie erkenne ich, was unsere Kinder wünschen, fordern, wollen?“ war und ist eine zentrale Frage.

Auch wir, die wir die Kinder schon länger kennen, müssen zugeben, dass auch wir nicht immer richtig interpretieren, was uns die Kinder mit ihren geringen Möglichkeiten zeigen wollen. Vieles ist Erfahrung aus dem steten Umgang mit ihnen. Doch manchmal verliert sich eine Aussage oder sie verändert sich und schon stehen auch wir „Alten“ vor dieser Frage.

Und so gilt es immer wieder auf's Neue, jede Regung des Kindes wahrzunehmen, jeden Ton in seiner unterschiedlichen Art und Weise in Betrachtung der Situation zu hören, jeden Gesichtsausdruck, der sich verändert, als Zeichen einer Mitteilung zu erleben.

Wir haben gelernt, die kleinen, leisen Regungen wahrzunehmen und erleben dankbare Reaktionen ohne Worte. Ob es die strahlenden Kinderaugen sind oder das Lächeln oder Lachen, das über das Gesicht huscht. Ob es die aufgeregten Laute sind oder eine Hand, die einem entgegen gestreckt wird ist, ob es ein Kopfabwenden oder ein hilfloser Blick ist, alles sind kleine Reaktionen auf etwas, was wir von den Kindern als Ausdruck bzw. als Antwort bekommen können.

Wir wissen nicht, was und wie viel die Kinder von der Fülle unserer Welt verstehen. Aber wir wissen, dass sie verstehen. Wir lernen in unserer hektischen Welt, dass Reaktionen unserer Kinder Zeit brauchen und bemühen uns, den Maßstab „Zeit“ den individuellen Bedürfnissen anzupassen. Dabei sind wir immer wieder verblüfft, welche Antworten die Kinder uns geben

 

Der Weg der kleinen Schritte ist manchmal mühsam. Besonders wenn man einen Koffer voller Ideen auspacken möchte. Ideen sind gut. Wie viele wir davon unseren Kindern zumuten können, ist das andere. Ich erlebe es immer wieder als ein Geschenk, von unseren Kindern gezeigt zu bekommen, wie WENIG V I E L bewirken kann.

 

 

 

Renate Pohnke MI (Physiotherapeutin)

Dezember 2006


 

 

 

 

 

 
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